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Rechtsprechung


BGH, Urteil vom 24.01.2013 - I ZR 174/11

Beschwer des Unterlassungsschuldners - Die Beschwer des Schuldners eines zur Unterlassung verpflichtenden Urteils richtet sich danach, in welcher Weise sich das ausgesprochene Verbot zu seinem Nachteil auswirkt.

ZPO §§ 2, 3, 511 Abs. 2 Nr. 1, § 522 Abs. 1

Leitsätze:

1.

a) Die Beschwer des Schuldners eines zur Unterlassung verpflichtenden Urteils richtet sich danach, in welcher Weise sich das ausgesprochene Verbot zu seinem Nachteil auswirkt. Ma√ügebend sind die Nachteile, die dem Schuldner aus der Erf√ľllung des Unterlassungsanspruchs entstehen.

b) Bei der Bestimmung der Beschwer des Unterlassungsschuldners ist nicht danach zu unterscheiden, ob die Parteien auch √ľber das Bestehen einer Unterlassungspflicht streiten oder aber lediglich √ľber bereits erfolgte Verst√∂√üe gegen eine unstreitig bestehende Unterlassungspflicht.

2. Bei der Beurteilung der Frage, in welcher Weise sich ein ausgesprochenes Verbot zum Nachteil des Unterlassungsschuldners auswirkt, bleiben die Nachteile außer Betracht, die nicht mit der Befolgung des Unterlassungsgebots, sondern mit einer Zuwiderhandlung - etwa durch die Festsetzung eines Ordnungsgeldes oder durch die Bestellung einer Sicherheit (§ 890 Abs. 1 und 3 ZPO) - verbunden sind (BGH, Beschluss vom 08.01.2009 - IX ZR 107/08).

3. Das Interesse des zur Unterlassung verurteilten Beklagten an einer Beseitigung der Verurteilung entspricht zwar nicht zwangsl√§ufig, aber doch regelm√§√üig dem Interesse des Kl√§gers an dieser Verurteilung. Denn das Interesse des Kl√§gers an einer solchen Unterlassung ist pauschalierend und unter Ber√ľcksichtigung von Bedeutung, Gr√∂√üe und Umsatz des Verletzers, Art, Umfang und Richtung der Verletzungshandlung sowie von subjektiven Umst√§nden auf Seiten des Verletzers wie etwa dem Verschuldensgrad zu bewerten (BGH, Beschluss vom 24.02.2011 - I ZR 220/10).

MIR 2013, Dok. 054


Anm. der Redaktion: Leitsätze 1. a) - b) sind die amtlichen Leitsätze des Gerichts.
Download: Entscheidungsvolltext PDF

Bearbeiter: RA Thomas Gramespacher (Google+ Profil)
Online seit: 22.08.2013
Kurz-Link zum Artikel: http://miur.de/2489
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