Rechtsprechung
LG Leipzig, Beschluss vom 27.06.2007 - 05 HK O 2050/07
Rückgaberecht & eBay - Im Rahmen der Internethandelsplattform eBay ist die wirksame Ersetzung des Widerrufsrechts durch ein Rückgaberecht nach § 356 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BGB nicht vor Vertragsschluss - da nicht in Textform - möglich.
BGB §§ 126b, 307, 312b, 312c Abs. 1, 312i Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 346 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, §§ 356, 357 Abs. 1, Abs. 3 Satz 1, §§ 474 Abs. 2, 475 Abs. 1 Satz 1 BGB; PangVO §§ 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2; UWG §§ 3, 8 und 4 Nr. 11, §§ 12 Abs. 2, 14; ZPO §§ 3, 91, 935, 940, 944
Leitsätze:*1. Es ist zwar möglich, durch eine nachträgliche Belehrung in Textform über ein Rückgaberecht
(§ 356 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BGB) wirksam das Widerrufsrecht durch ein Rückgaberecht zu ersetzten, wobei dann allerdings
davon auszugehen ist, dass bis dahin es bei dem Widerrufsrecht verbleibt. Jedenfalls kann nicht
zugleich über ein Widerrufs- bzw. Rückgaberecht belehrt werden.
2. Das gilt jedenfalls dann, wenn nicht darauf hingewiesen wird, dass das Rückgaberecht
das Widerrufsrecht erst bzw. – unter den sonstigen Voraussetzungen des § 356 BGB – allenfalls
durch eine spätere Belehrung über das Rückgaberecht in Textform des § 126b BGB ersetzt,
wobei auch diese dann nur mit einer Widerrufsfrist von 1 Monat ab Lieferung der Ware
und ab dieser Belehrung erfolgen kann.
3. Im Rahmen der Internethandelsplattform eBay ist die wirksame Ersetzung des
Widerrufsrechts durch ein Rückgaberecht nach § 356 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BGB nicht
vor Vertragsschluss - da nicht in Textform - möglich.
Bearbeiter: Rechtsanwalt Thomas Ch. Gramespacher
Online seit: 15.08.2007
Kurz-Link zum Artikel: http://miur.de/1326
*Redaktionell. Amtliche Leit- und Orientierungssätze werden in einer "Anm. der Redaktion" benannt.
// Artikel gesammelt "frei Haus"? Hier den MIR-Newsletter abonnieren
Bundesgerichtshof, MIR 2022, Dok. 008
Mietwagendienst "UBER Black" in Deutschland wettbewerbswidrig
Bundesgerichtshof, MIR 2018, Dok. 056
Fehlende Impressumsangaben - Greift eine Abmahnung unterschiedliche Aspekte einer Wettbewerbshandlung auf, kann sie in vollem Umfang berechtigt sein, wenn nur einer der in der Abmahnung genannten Verstöße vorliegt
BGH, Hinweisbeschluss vom 21.11.2018 - I ZR 51/18, MIR 2019, Dok. 014
Urheberrechtliche Ansprüchen eines ehemaligen Konstrukteurs der Porsche AG auf Fairnessausgleich nach § 32a UrhG
Bundesgerichtshof, MIR 2022, Dok. 028
Sind Verbraucherschutzverbände befugt, Verstöße gegen das Datenschutzrecht zu verfolgen? BGH legt Frage dem EuGH vor
Bundesgerichtshof, MIR 2020, Dok. 048